Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt und Eichenweg

Bürger im Gespräch mit CDU-Politikern

caw.telgte Kommunikation und Dialog machen das gesellschaftliche Miteinander aus. Vor allem in der Kommunalpolitik ist gerade der Dialog das Medium, mit dem Bürgerinnen und Bürger ihre gewählten Vertreter konfrontieren können und vor allem auch sollten. Wie an diesem Wochenende im Bereich Telgte Nord-Ost, wo zum einen die Schließung des Eichenweges im Klatenberg, zum anderen die aufgetretenen Probleme bei den „Spectakulums-Veranstaltungen“ auf der Planwiese und im Pappelwald zur Sprache kamen.
 Auf Anregung von Bettina Reckers trafen sich  Anlieger des Klatenberges mit Karl-Heinz Greiwe als stellvertretendem Bürgermeister, Volker Herwing und Cornelia Wichert  von der Telgter CDU, um mit den Bewohnern über Möglichkeiten einer Offenhaltung der Lärmschutzwand zu diskutieren. Fakt ist, dass nach Auskunft von Hubertus Ebbeskotte vom Landesbetrieb Straßen NRW als zuständiger Behörde eine Schließung der Zuwegung zum Seniorenheim und zum Eichenweg zwingend erforderlich ist:  Zum einen aus Gründen der Verkehrssicherheit, zum anderen zur Vermeidung von Lärmemissionen, die nach dem Ausbau der Kreuzung Klatenbergweg bei einer weiteren Offenhaltung dieser Zufahrt entstehen würden.

Für die Feuerwehr, mit der Karl-Heinz Greiwe im Vorfeld zu diesem Treffen Kontakt aufgenommen hatte,  stellt die Schließung des Eichenweges kein Problem dar. Sie verfügt über entsprechende Rettungswege. Trotzdem möchte die Politik dem berechtigten Wunsch der Anlieger nach einem „Fluchtweg“ im Notfall Rechnung tragen und zusammen mit den zuständigen Behörden nach Möglichkeiten suchen. Ähnlich wie bei der durch eine Schranke gesicherten Zufahrt von der Umgehungstraße zur Rehaklinik „Maria Frieden“ wird hier eine „machbare Lösung“ gesehen.

Der zweite Punkt bürgerlichen Unmutes im Telgter Norden kristallisiert sich seit einiger Zeit auf die Veranstaltungen von Gisbert Hiller, der mit seinen „mittelalterlichen Events“ deutschlandweit auf eine hohe Akzeptanz stößt. Nach seiner Aussage sei gerade der Pappelwald und die Planwiese für ihn die schönste seiner insgesamt 28 Veranstaltungsorte, aber auch die schwierigste im Verhältnis zu den Anwohnern. Auf Einladung von Cornelia Wichert und Volker Hövelmann trafen sich Anwohner der Westbeverner Straße und des Kolpingweges mit dem Veranstalter vor Ort. Sylvia Strautmann und ihre Mitstreiter sprachen bei diesem Zusammentreffen über die teils unerträgliche Lautstärke verschiedener Musikgruppen, Verschmutzungen ihrer Vorgärten, zugeparkter Einfahrten und Wege sowie Geruchsbelästigungen durch eine Vielzahl von Feuerstellen während der Veranstaltungstage. Mit ihrer direkten Bitte, wenigstens ein Adventswochenende durch Schließung des mittelalterlichen Weihnachtsmarktes im Sinne der christlichen „Zeit der Stille“ feiern zu können, ist das Hauptanliegen von Sylvia Strautmann.

In der umfassenden Diskussion mit den Anwohnern machte Gisbert Hiller deutlich, wie er bereits auf die Wünsche und Ärgernisse der Betroffenen reagiert habe. Er versicherte, dass er mit dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt auch der Veränderung in der Gesellschaft Rechnung trage, die heute eine deutlich höhere Toleranz auch für andere Ideen fordere. Insofern sei Telgte für alle Besucher zu einem „Wallfahrtsort“ der etwas anders gestalteten Weihnacht geworden. Durch besondere Maßnahmen hat Gisbert Hiller auf den berechtigten Unmut der Anwohner reagiert. In  diesem Jahr sei das Veranstaltungsende auf Punkt 22 Uhr festgeschrieben. Außerdem müssen die  Besucher müssen die Festwiese so schnell wie möglich verlassen. Alle Anliegerstraßen werden mit Halteverbotsschildern versehen, so dass die Parksituation wie beim Mariä-Geburts-Markt geregelt ist. Die Anmietung großflächiger Parkplätze an der Westbeverner Straße werde das Parkchaos im Wohngebiet Kolpingsiedlung verhindern.

Auch die sehr umfangreichen Werbeflächen, die entlang des Pappelwaldes platziert sind, wurden im Rahmen dieses Treffens als unattraktiver Anblick angesprochen. Bezüglich der Lärmbelästigung hatte Hiller bereits selbst einen Gutachter mit der Auswertung des Geräuschpegels beauftragt und festgestellt, dass in manchen Fällen die Werte weit überschritten wurden. Als Konsequenz wird bei künftigen Veranstaltungen auf kleine Tonanlagen und in vielen Fällen ganz auf technische Unterstützung verzichtet, versicherte er den Anwohnern und Politikern.  Wegen der Geruchsbelästigung durch den Qualm der Feuer wird durch eine Reduzierung von 14 auf maximal fünf bis sechs Feuer festgelegt.

Seine Bitte, bei Missständen wie Verschmutzungen von Vorgärten durch Besucher seiner Veranstaltungen sofort mit ihm Kontakt aufzunehmen, bestärkte Hiller durch das Angebot, jederzeit als Ansprechpartner für die Anliegen der umliegenden Bewohner zur Verfügung zu stehen. Er sei  stets um ein gutes Miteinander bemüht. Um dieses Bemühen zu untermauern, wurde die Bitte nach einer Fortsetzung des Dialoges laut. Dieser soll zu Beginn des kommenden Jahres fortgesetzt und im Rahmen einer weiteren Besprechung – dann auch mit Anliegern der Herrenstraße und Vertretern der Städtischen Wirtschaftsbetriebe, dem Rat und dem Bürgermeister  – fortgesetzt werden.